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Monday, 13 August 2012

Black Sheep

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They had waited and prayed and done everything dozens of doctors had told them to- in vain. After a long time they had decided to get their names on a list. When she arrived relieved smiles entered this sad little house and finally the purple little room, that had been empty for so long was filled with stuffed animals and dolls. 
They called her Mercy. 

Mercy's shy cries sounded like beautiful music to the newly parents. There she was now, lying in the crib smiling at them a genuine and innocent smile of a baby who has not met life yet. A Black smile on white faces. She didn't know how it would be. Mercy was 7 days old. She had no idea she would be walking around with a huge sign on her forehead: Adopted kid. 

She had no idea her parents would suddenly get pregnant, with a "real kid". Wasn't she real? She had no idea she would spend the rest of her life feeling different, wondering why her real mother did not want her. Of course, her adoptive parents and brothers would love her. They'd treat her like one of them. But she was not one of them 
and nothing would ever change this fact.

On family portraits she'd be the one people look at. 
On the street she'd be the one people look at.
When someone mentioned genetics
she'd be the one who'd feel lost. 

She'd never know about her real parent's diseases, likes or dislikes. 
Where they junkies? Where they dead?
When Mercy had to fill in forms about her family, she would feel embarrassed. 
It was her family, but it was not. She would constantly feel disconnected.
 
There she was, lying in the crib smiling at them.
Their sweet little black sheep. 


Thursday, 9 August 2012

Im Schatten


_mg_5891-5890-5892_large Sie starrte ihre Mutter an, die wie jeden Tag im Hausflur stand und auf die Haustür starrte. Die Luft schien stehen zu bleiben, es fühlte sich an, als wären sie in einem Vakuum gefangen. Ana war vierzehn Jahre alt. Seit einem Jahr musste sie im Schatten eines Phantoms zurechtkommen. Das Phantom: Ihr Bruder. Er war nun schon ein Jahr lang veschwunden. Der Bruder, der die Hoffnung der Familie war. Der gutaussehende, charmante große Bruder, der der erste war, der es in eine Universität geschafft hatte. Ihre Eltern waren vor Stolz fast geplatzt.  João. Sie seufzte. Ihre Mutter wartete seit einem Jahr darauf, dass die Tür aufging und João einfach so reinspazierte. Sie würden nicht einmal eine Erklärung verlangen. Sie wären einfach nur froh, dass er da war. Ana war nicht da, zumindest fühlte es sich so an. Der Vater hatte schon früher nichts mit ihr gesprochen, aber seit João weg war, hatte auch ihre Mutter Anas Existenz anscheinend vergessen. Würden sie es bemerken, wenn sie einfach nicht mehr nach Hause käme? 

Der Bruder war durch seine Abwesenheit so anwesend wie nie zuvor. Sein Zimmer zu betreten war strikt verboten! Dabei hatten sie doch so wenig Platz in ihrem einfachen Häusschen. Man könnte zumindest seinen Schrank benutzen, dachte sich Ana. Nur bis er zurückkam... Falls. Alles im Leben dieser kleinen, verzweifelten Familie schien sich um João zu drehen. Ana ging oft zu Fuß zum nahegelegenen Supermarkt. Es war schon vorgekommen, dass sie einen jungen Mann sah und ihr Herz zu rasen begann. Einen flüchtigen Moment lang war sie sich sicher ihren Bruder vor sich stehen zu sehen, nur um sofort in tiefe Bestürzung zu fallen, wenn der wildfremde Mann sie verdutzt anschaute. 

Die Zeit war für alle an dem Tag stehen geblieben, an dem João nicht nach Hause gekommen war. Sie hatten gewartet. Sie waren zu seinen Freunden gegangen. Zur Uni. Überallhin. Sie hatten versucht sich mit selbst ausgedachten Erklärungen zu beruhigen. Am nächsten Tag waren sie zur Polizei gegangen um ihn als vermisst zu melden. Sie waren durch die Straßen gewandert und hatten wildfremde Menschen gefragt, ob sie ihn gesehen hatten. Gerüchte kamen auf. Die Militärpolizei hätte ihn gefangen genommen. João hatte viele politisch aktive Freunde, aber der Meinung seiner Eltern nach würde er so etwas riskantes nie tun! Politische Proteste? Untergrundbewegungen? Etwas gegen das Militärregime tun? Das wäre doch verrückt! Ihr guter Junge, der musste studieren und etwas aus sich machen. Er konnte doch nicht alles aufs Spiel setzen wegen so blödsinniger kommunistischer Gedanken! Nein. Es gab eine andere Erklärung für sein verschwinden! Es musste eine geben. Falls es das Militärregime war, würde er nie wieder zurückkommen. Er wäre irgendwo gefangen. Oder verbuddelt. Oder in der Tiefe eines Sees. Sowas hätte er ihnen nie angetan. 

Auch seine Freunde wussten von nichts. Niemand hatte eine Ahnung was mit João passiert war. Es schien Ana manchmal so, als hätte João eigentlich nie existiert. Als sei er eine Erfindung ihrer Familie. Aber dann, wenn sie in sein Zimmer schaute, sah sie seine Fotos an der Wand, die wenigen Schallplatten und Bücher im Regal. Sie vermisste ihren großen Bruder, auch wenn er sie oft wegen ihrer breiten Nase gehänselt hatte. Auch wenn er ihr im Flur morgens den Fuß stellte, damit sie hinfiel und er sie auslachen konnte. Sie vermisste es ihn Gitarre spielen zu hören. Sie erinnerte sich an die nassen Handtuchschlachten, die ihre Mutter mit Schreien zu verhindern versuchte. Joãos lachen war das schönste Lachen, das Ana jemals gehört hatte.  Er hatte immer viel und laut gelacht. Seit er weg war, gab es nichts mehr zu lachen. Ana starrte ihre Mutter an, die immer noch im Hausflur stand und wartete. 

Sunday, 5 August 2012

Hold Still


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It's not a camera,
it's a weapon 
to freeze time
and hold it still
forever.
Hold still!

Poet-Tree

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Oh look! A Poet-Tree! 
And these birds sitting there,
eating words to carry them away
and spread them throughout the country
and grow new Poet-Trees!
I love Poet-Trees. 
They are so inspiring.
I might plant one in my garden.

Popcorn


Er kniete auf Popcornkörnern mit dem Gesicht zur Wand und gehobenen Armen. Die Körner schienen in seine kleinen Kniescheiben eindringen zu wollen, kantige, schmerzhafte Popcornkörner. Er hasste Popcorn. Langsam zählte er von 10 bis 0. Jedesmal wenn der Gürtel auf seinen nackten Rücken niedersauste, sagte er laut die Zahl der Schläge, die noch fehlten. Sein Rücken brannte und er hoffte, sein Vater würde nicht immer auf dieselbe Stelle schlagen. Wenn er die Schläge besser verteilen würde, würde es viel weniger weh tun. Aber das wäre ja das Gegenteil von dem, was die Schläge beabsichtigten. Fünf. Vier. Drei. Zwei. Eins. Der letzte Schlag war immer der härteste. Als wäre sein Vater traurig, dass die Strafe schon zu Ende war. Als wäre der letzte Schlag der krönende Abschluss seiner Meisterleistung: einem 6-jährigem klarzumachen, dass er etwas Falsches getan hatte. 
Null.
Steh auf! 
Ja, mein Herr. 
Weinst du etwa? 
Nein, mein Herr. 
Schau mir ins Gesicht! Er hob den Kopf, glasige Augen, trotziges Kinn, starrte seinen Vater an. 
Geh auf dein Zimmer und bete fünf Ave Maria. 
Ja, mein Herr.
Er rannte in seine Kammer im Obergeschoss und warf sich aufs Bett. Gustavo schämte sich dafür, dass er weinte, also steckte er seinen Kopf unter sein Kopfkissen. Wenn sein Vater ihn weinen sah, würde er noch mehr Schläge bekommen. Seine ältere Schwester hatte hier im Zimmer auf ihn gewartet. Sie wusste genau wie diese Strafen abliefen. Mit einem Tuch, tupfte sie seinen glühendroten Rücken ab. Das in Wasser getränkte Tuch tat gut und erleichterte ein wenig den brennenden Schmerz. Christina tröstete ihren kleinen Bruder. Es half ihm, aber er konnte nicht verstehen, warum er immer der einzige war, der Schläge bekam. War er so ein schlimmer Junge? Hatte er so viel Furchtbares getan? Er hatte doch nur mit der Katze gespielt. Die hatte die Vase umgeworfen, nicht er! Aber sein Vater hatte ihm noch nie zugehört. Er brüllte ständig etwas von Disziplin, Verantwortung und davon, ein Mann zu sein. Manchmal wünschte sich Gustavo, er wäre ein Mädchen. Die hatten zwar viel mehr Arbeit zu Hause, aber wenigstens wurden sie nicht geschlagen. Keine seiner Schwestern hatten eine Ahnung, wie es war mit dem Gürtel Prügel zu bekommen. Er weinte, während Christina ihm den Rücken abtupfte. Kleiner, ich hab schon für dich gebetet. Du kannst beruhigt schlafen. Und er schluchzte und schlief ein. Gustavo träumte von einer riesigen Katze, die in einer großen Blumenvase wohnte und sich von Popcorn ernährte. Er hasste Popcorn.

Hold Me

Feet hitting the ground
making me feel strong and alive,
kicking worries away,
drowning my lungs in fresh air,
flowing adrenaline in my blood,
drawing a smile on my face.

As long as I can run
live is good,
nothing can happen to me.
May my feet hold me til the end.



Quero Quero

This noise
suddenly takes me back in time.
I'm six again
hugging my grandpa
looking at his large tattoos.
Mystic vacation
in a little house next to the river
far away from home
accross the ocean.
The smell is of ice cream
and popcorn,
flowers and 
fresh-cut lawn.

Time seems to stop and
paradise lives exactly here!
This bird chirping
my song of vacation
only here, nowhere else.
The bird is called "Quero-quero", 
which means:
I want, I want.

 I want to go back,
back to my childhood
where things were black and white
and I did not know the shades of grey.




Thursday, 2 August 2012

Menue

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I prepared a special dish
specially for you
with very specific ingredients.
Have a seat and enjoy your dish.
It's made of everything you like:
blunt pride and some spicy disdainfulness.
The salad is made of creamy illusion, hot lies 
and a yummy mad dressing. 
As desert you get a petit gateau
filled with something you've never tried: 
Reality. 
It's gonna be indescribably delicious!
Try it!



Red and Blue

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She opened her mouth wide
and swallowed her own pride
like everyone told her to do
and then she choked
and turned red and blue
and finally died.


Louder

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Every word
carries silence with it
but sometimes the silence is louder
than the word itself.